Gekeimte Lebensmittel 1

01.09.22
  • Ernährung
  • Gastbeitrag
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Wie bewusst und gesund oder unbewusst und krankmachend man isst, merkt man oft erst wenn Beschwerden auftreten. Hier und da möchten wir gerne unsere Gesundheit ein wenig pushen - sei es in der Erkältungszeit, nach einer Schlimmen-Phase oder ein paar Tage vor dem anstehenden Sommerurlaub, obwohl wir wissen, dauerhafte Ernährungsumstellung ist besser.

Unsere Strategien sind somit vielseitig und reichen von täglichen grünen Säften bis hin zum Fasten und sind meist nur von kurzer Dauer. Die gesundheitlichen Vorteile halten nicht lange an.

Der deutlich nachhaltigere und effektivere Weg: Die täglichen Lebensmittel durch nährstoffreichere und besser verdauliche Alternativen austauschen!

Ein absoluter Geheimtipp sind hier gekeimte Lebensmittel. Das tägliche Müsli durch eine gekeimte Variante auswechseln, knusprigen gekeimten Buchweizen über deine Gerichte geben, eine gekeimte Pasta-Alternative zu deiner Lieblings- Sauce wählen: Die Möglichkeiten sind grenzenlos! Aber mal ganz zum Anfang: Wo kommen gekeimte Lebensmittel überhaupt her? Wie werden sie produziert? Welche gesundheitlichen Vorteile bieten sie? Für den Prozess eignen sich Sprossen aller Art. Egal ob Alfalfa, Brokkoli oder Mungobohnen- Sprossen- die meisten findest du sogar im Bioladen.

Die Schritte der Keimung sehen wie folgt aus:

1.   Zuerst werden die Sprossen in reichlich Wasser eingeweicht. Die Dauer variiert je nach Sorte, ist aber in der Regel auf der Verpackung vermerkt.

2.   Nun werden die Sprossen abgespült und in ein sogenanntes Keimglas gegeben (Auch dieses findest Du im Biomarkt oder online). Das Keimglas wird schräg auf den Kopf gestellt. Bei diesem Schritt ist allerdings Vorsicht geboten: Das Keimgut im Glas sollte circa 3x täglich mit sauberem Wasser ausgespült werden, um den Prozess hygienisch zu gestalten.

3.   Du wirst relativ schnell die kleinen weißen Keime sehen können, die sich an deinen Sprossen bilden. Mit der Zeit färben sie sich grün, da sie nun den grünen Pflanzenfarbstoff Chlorophyll erhalten.

4.   Nach einigen Tagen (auch dies ist sortenabhängig) sind die gekeimten Sprossen fertig. Du kannst sie sofort verzehren oder trocknen lassen und anschließend weiterverarbeiten.

Was aber macht die kleinen Sprösslinge so gesund?

✔️Durch den Keimvorgang steigt der Gehalt an Mikronährstoffen enorm an.

✔️Ebenfalls lassen sich die enthaltenen Vitamine, Mineralstoffe und sekundären Pflanzenstoffe besonders gut vom Körper aufnehmen und verwerten. Die Bioverfügbarkeit der Vitalstoffe wird also gesteigert.

✔️Das von den Keimlingen gebildete Chlorophyll (wir erinnern uns: grüner Pflanzenfarbstoff), die Zellulose, Enzyme sowie die sekundären Pflanzenstoffe wirken sich positiv auf unsere Verdauung aus.

✔️ Hülsenfrüchte und Getreide, die bei vielen Menschen “schwer im Magen liegen”, werden verdaulicher

✔️Insbesondere der Vitamin-C und Vitamin-B Gehalt der Lebensmittel steigt deutlich an.

✔️Gleichzeitig sinkt der Kaloriengehalt der Lebensmittel, da die Samen während des Keimprozesses circa 70-80% Wasser aufgenommen haben.

Gekeimte Saaten sind einfach zu Hause herzustellen. Wer hierfür keine Geduld, Zeit hat oder wem einfach der nötige Raum fehlt, sollte sich an der Auswahl an gekeimten Lebensmitteln im Handel bedienen.

Denn gekeimte Lebensmittel überzeugen mit ihren gesundheitlichen Vorteilen und übertreffen die nicht gekeimten Produkte in nahezu jedem Vergleich.